Dienstag, 11. Dezember 2012

Dìchorrisaei

Hallo,

heute möchte ich euch eine neue Naturwesen-Spezies vorstellen. Sie nennen sich Dìchorrisaei (Übers. Die wandernden Leute). Die Angehörigen dieser Spezies sind kindsgroß und ähneln dem Aussehen entfernt Gniri. Sie sind jedoch bei Weitem nicht so behaart. Ihr Haar ist eher wollig und weich. Eine Freundin von mir bezeichnete einmal zwei kleine Kinder als behaarte Kiwis. Diesen Vergleich bringe ich gerne wieder ein, denn so in etwa sieht deren Behaarung aus.

Schaut mal hier (für eine vergrößterte Ansicht bitte auf das Bild klicken):


Schaut euch mal die Frisuren dieser Familie genauer an: Die Anzahl, Stelle und Größe der Zöpfe verweisen auf den hohen gesellschaftlichen Rang. Der Rest der Körperbehaarung wird teilweise sehr fachmännisch gestutzt. Während es als sehr schön gilt, wenn der Bauch sehr haarig ist, und der Mann einen schönen Schnauzer trägt (das erinnert einwenig an die Schnurrhaare einer Katze), werden andere Körperregionen gestutzt, so z.B. bei der Frau die Haare im Gesicht. Sie dürfen zu sehen, aber nicht zu lang sein. Oft werden die Haare an den Armen ebenso gekürzt...nur im Winter liebt man es wolliger.
Kinder und Großmutter tragen traditionelle Kleidung, die sehr gerne aus Gräsern und Schilf hergestellt wird. Die Farbe und Anzahl der Kordeln an den Röcken von Oma und Mädchen verweisen auf den hohen Rang und die Erfahrung im Leben. Der Mann trägt eine Bundhose. Ja, das haben sie sich von den Menschen abgeguckt. Oft tragen sie ausrangierte Menschenkleidung, denn die wärmt gut!

Es handelt sich um Boden- und Bewohner unterirdischer Gänge und Höhlensysteme. Sie leben hauptsächlich in der Puszta Ungarns, vereinzelt jedoch auch in Rumänien und in anderen Ostblockländern, wie Bulgarien, und Kroatien. Einige mehr sind auch in der Osttürkei anzutreffen. 
Von anderen sesshaften Naturwesenvölkern oft verpönt, wandern die meisten Völker, die zu dieser Spezies gehören, umher. Sie sind, im Gegensatz zu Gniri, zahlenmäßig sehr gering, so gibt es von ihnen nur etwa 300.000.
Jene, die in Ungarn sowie der Türkei leben, haben sich nach der langen Zeit des Wanderns in ihrem Gebiet sesshaft gemacht.

Dìchorrisaei sind fast unbekannt. Kaum einem Menschen haben sie sich bisher zu erkennen gegeben.

Flexibilität steht bei ihnen an oberster Stelle. Zeichnen sich viele Spezies, so beispielsweise die hauptsächlich in den mitteleuropäischen und nördlichen Ländern beheimateten Dhàrdhats durch rigide Gesellschaftsstrukturen aus, so besitzen Dìchorrisaei die unglaubliche Fähigkeit, sich schnell an neue Lebensräume anzupassen.
So habe ich z.B. gerade einen Freund hier neben mir stehen, der mehrere Menschensprachen perfekt spricht! Ich kann mich mit ihm in
einwandfreiem Deutsch unterhalten, alsdann spricht er Finnisch, natürlich Ungarisch und ein paar Brocken Rumänisch - meint er gerade lächelnd. Er lässt euch alle grüßen und erfreut sich sehr an eurem Interesse an seiner Spezies!
Als ich ihn gefragt habe, wie er all diese Sprachen gelernt hat, meinte er, durch seine Reisen, aber auch dadurch, dass er viel in Menschenschulen unterwegs war.

Die Anführer von Dìchorrisaei - Völkern werden turnusmäßig  neu gewählt. Es handelt sich also nicht um ein Herrschaftsrecht durch Geburt, das, wie bei Königen, von Generation zu Generation weiter gegeben wird, sondern um ein Amt, in das man gemeinschaftlich vom Volk hinein gewählt wird. Die Familie mit den herausragendsten Fähigkeiten, zu denen Intelligenz, Fruchtbarkeit und Arbeitseifer bzw. Organisationstalent zählen, darf sich als herrschaftliche Familie so lange bewähren, bis das Volk sich dagegen spricht und eine andere Oberhauptsfamilie wählt. Die Führungsqualitäten bestimmen die Dauer des (demokratischen) Regierens.

Anders als andere Naturwesenspezies, die sehr traditionsbehaftet und auf ihre Herkunft sehr stolz sind, haben Dìchorrisaei die Eigenheit, sich all das von fremden Völkern und Spezies anzueignen, was ihrem Leben eine bessere Qualität verleiht. Gerade dadurch werden sie von anderen Naturwesenspezies oft verspottet. So haben sie sich auch viel von uns Menschen abgeschaut, etwa die Art, wie wir warme Kleidung herstellen - und das Buchbinden, erklärt mir mein Freund gerade.

So, und nun genug für heute!

Es grüßen euch...
Mudjoras & Alina

Kommentare:

  1. Liebe Alina, Du erstaunst mich immer wieder aufs Neue... was Du immer wieder für spannende Sachen erzählst hier, von denen ich noch nicht einmal zu träumen wagte... das ist ja spannend, was es alles für Leute gibt auf unserem schönen blauen Planeten, von denen wir bislang absolut keine Ahnung hatten...!! Gratuliere zu der schönen Zeichnung, die scheint mir gut gelungen zu sein - wie übrigens bislang ALLE Deine Bilder!!

    Alles Liebe und Gute an Dich und auch an den (u.a.) finnisch* sprechenden Mudjoras, auch wenn ich ihn nicht sehen kann... ;))

    Marzia


    *Ein dickes Kompliment übrigens zu dieser erworbenen Fähigkeit! Finnisch ist wohl eine der schwierigsten Sprachen in Europa, weil es nämlich 15 verschiedene Kasus hat (9 mehr als Lateinisch...!!!) und ist daher nicht ganz einfach zu erlernen... Und ich hatte mich damals schon mit Lateinisch schwer getan... ;))

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  2. Liebe Alina,
    Ich kann Marzia nur zustimmen....es ist wirklich eine grosse Bereicherung deine Seite und die Bilder sind sehr schön!
    Ich frage mich nur...kennst du auch andere Leute die diese Wesenheiten genauso sehen wie du...sie genauso malen zb..? Das würde mich sehr interessieren :)
    Und sind diese Spezies alle so in der Liebe dass es nur "Gute" gibt oder ist es auch eine Dualität. .?
    Liebe bunte Grüüße
    Nina

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    1. Liebe Nina,

      es gibt Menschen, die diese Individuen wieder erkannt haben, nachdem sie ein Bild von mir gesehen haben und meinten, so etwas schon mal gesehen zu haben. Das ist besonders in Verbindung mit den Gniri der Fall. Meistens erinnert sie das an deren Kindheit, in der ihre Sinne offener gewesen sind.
      Insgesamt gibt es aber kaum Menschen, die so was schon mal gesehen haben und noch weniger welche, die sie zeichnen.
      Nur lieb sind sie, genauso wie wir Menschen, auch nicht. Auch sie leben in der Dualität.

      Alles Liebe dir
      Alina

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