Samstag, 16. März 2013

Eine Naturwesen-Hochzeit

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch über den Ablauf einer Naturwesen-Hochzeit berichten.
Hochzeiten werden bei jeder Spezies und jedem Volk einwenig anders gefeiert. In diesem Fall dürft ihr bei einer Dhàrdhats-Hochzeit dabei sein, in deren Rahmen das freundschaftliche Bündnis zweier Parteien gefestigt wird.

Der Ehegatte ist der Anführer eines Clans, die Braut kommt aus adeligen Kreisen, die in Freundschaft mit dem Clan verbunden sind.

Hier seht ihr sie! Für eine vergrößerte Ansicht, klickt auf das Bild.



Die Gewandung:

Zunächst einmal werden Braut und Bräutigam getrennt von einander hübsch gemacht.

Die Braut wird ersteinmal gänzlich von der Alltagskleidung befreit, alsdann in ein Festgewand gehüllt.
Dieses Festgewand besteht aus einem langen und schweren Gehänge aus bunten  glänzenden Steinen, das um die Hüfte gebunden wird und der Form nach an den Lendenschurz eines Indianers erinnert. Als Schmuck trägt sie eine Art von Diadem und um den Hals ein fächerförmiges Collier aus denselben bunten Steinen.
Ihre langen nackten Brüste werden durch goldene Ringe gezogen, die an einer langen dünnen goldenen Kette befestigt sind, die hinter dem Nacken geschlossen wird. Dadurch wird deren Schönheit zur Geltung gebracht.
Von der Stelle zwischen den Augenbrauen bis hoch zum Haaransatz wird die Stirn mit einer vertikale Reihe an roten Punkten bemalt.
Auf Festen lassen sich Naturwesenfrauen gerne mit grellen Farben schminken. Da deren Haut teilweise sehr dunkel ist, wird eine Grundierung aus weißem Talkum auf die Haut aufgetragen. Diese dient als Basis für die danach folgenden sehr grellen Farben. Diese werden aus natürlichen Farbstoffen und Fett hergestellt. 

Der Bräutigam ist  sehr viel schlichter gekleidet als die Braut. Der Oberkörper wird gänzlich unbekleidet gelassen - das trägt die Stärke und die Agilität des Mannes zur Schau. Wie die Braut trägt auch er einen Lendenschurz. Dieser ist mittig stark nach unten gezogen und betont die Fruchtarkeit und Männlichkeit des Mannes. Auch er trägt eine Art von Diadem. Seine Gewandung ist aus denselben leuchtenden bunten Steinen wie jene der Braut.

Das Zeremoniell:

Zunächst erscheint die Braut. Die Gäste drücken ihre Bewunderung aus, indem sie mit den Füßen auf die Erde stampfen, in die Hände klatschen und dabei singen. Es handelt sich um einen erdigen Rhytmus, der zyklisch so lange wiederholt wird, bis die Pàtar erscheint.
Bei der Pàtar handelt es sich um eine alte weise Frau, die sowohl eine priesterliche als auch eine heilkundige Funktion erfüllt. Ihre Position und ihr Ansehen sind vergleichbar mit jener von Schamanen innerhalb menschlicher Naturvölker.
Nun ist es totenstill. Alle Blicke sind auf die Pàtar gerichtet. Sie lobt die Schönheit der Braut und spricht einige Segensworte. Dann versieht sie die Braut mit den Zugehörigkeitsmerkmalen des Volkes - in diesem Fall waren es Ohrlöcher.
Bei uns werden diese großen Ohrlöcher, in die dann Scheiben gespannt werden, auch immer beliebter. Dies ist eine äußerst schmerzhafte Prozedur, denn die Läppchen werden nicht nach und nach gedehnt, sondern sofort mit einem jeweils fingerdicken Loch versehen, indem das Fleisch aus dem Ohr gestanzt wird. Die Scheibe wird sofort eingesetzt. Danach desinfiziert die Pàtar die Wunde mit einem heilenden Pulver, das zugleich schmerzstillend wirkt.
Nun bekommt die Braut einige Blätter zu kauen. Diese färben Mund und Zunge rot.

Jetzt erscheint der Bräutigam. Sein Gesicht ist bis zur Nase hinter einem Gehänge aus bunten Steinen verborgen. Er stellt sich vor das Angesicht der Braut. Seine linke Handinnenfläche ist ebenfalls mit einem Pulver rot verfärbt.
Die Pàtar spricht weitere Segensworte und besiegelt die Verbindung. Der Bräutigam umfasst mit der roten Hand den rechten Unterarm der Braut und hinterlässt dort einen Abdruck als Zeichen, dass er mit der Ehe einverstanden ist. Die Braut wiederum küsst mit ihrem roten Mund den Bräutigam. Beide zeigen das Rot des Unterarms und den nun rot verfärbten Mund den Gästen. Damit ist die Ehe besiegelt. Die Braut darf ihren Mann nun Pútaadhok nennen, was so viel bedeutet, wie: Gefährte, Ehemann, Gebieter.
Die Gäste bezeugen ihre Anerkennung mit einem neuerlichen Lied.


Die Hochzeitsnacht:

Nun ziehen sich Braut und Bräutigam zur Hochzeitsnacht zurück. Innerhalb eines rituellen Beischlafs zeugen sie den ersten Nachkommen ihrer Ehe. Dieser wird von der Pàtar überwacht und läuft nach festgelegten Mustern ab. Sie ist diejenige, die am Ende dokumentiert, dass der Nachkomme gezeugt wurde und die Ehe unter einem guten Stern steht. Kommt es währenddessen zu Pannen, bedeutet dies Unheil. Danach wird mit Essen, Tanzen und Geselligkeit gefeiert.

Vielehe:

Als Anführer des Clans darf der Bräutigam mehrere Ehefrauen haben. Hochzeiten werden nur bei ihm und seinen Nachkommen so zelebriert. Weniger bedeutende Mitglieder des Clans heiraten in der Regel nicht, auch wenn sie zusammen kommen. Da die Clangesellschaft innerhalb eines Dhàrdhatsvolkes lose ist, zeugen Männer mit verschiedenen Frauen Kinder. Diese Kinder werden gemeinschaftlich erzogen. So kann es vorkommen, dass ein Kind überhaupt nicht weiß wer sein Vater ist. Zugleich kann es hauptsächlich von einer Frau aufgezogen worden sein, die nicht die eigene leibliche Mutter ist. 


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