Sonntag, 16. Juni 2013

Fleischessende Naturwesen - ein absolutes NoGo?

Hallo ihr Lieben,

Ich erwähne in meinen Blogartikeln immer wieder, dass Naturwesen Fleisch essen - eingelegt oder roh, so z.B. in Form von Insekten, Kleintieren, aber auch Rehen.

Nun habe ich die Erfahrung gemacht, dass es manchen Menschen schwer fällt, diesen Umstand zu akzeptieren. Und nicht nur das, sie beginnen sich vehement gegen diese Aussage zu sträuben.
Das Ergebnis sind böse Kommentare, wie ich denn dazu käme, Naturwesen als "Fleischfresser" zu betiteln? Beachtet hierbei, wie der Begriff "Fressen" im Zusammenhang mit "Fleisch" verwendet wird. Fleisch wird also nicht mehr gegessen, sondern gefressen! 

Welche Assoziationen hegt der Mensch also mit dem Thema "Fleisch" im Zusammenhang mit "Naturwesen?"

In dieser Argumentationskette finden wir drei Akteure bzw. Elemente:

  1. Der Mensch
  2. Das Naturwesen
  3. Das Fleisch
1. 
Wir Menschen, wir haben allgemein betrachtet ein wesentliches Problem: Wir sind chronisch unzufrieden. Unser Alltag gestaltet sich oft stressig, mühselig und schwer. Daraus resultieren oft schwere Gedanken und schwere Gefühle. So betrachtet fühlen wir uns insgesamt schwer. Irgendwann macht sich im Leben eine Art von unterschwelliger Hilflosigkeit breit, ein Gefühl des Allein seins, und wir sehnen uns nach Einheit und vor allem: Nach Leichtigkeit.
Einheit und Leichtigkeit, das sind die zwei Dinge, die uns glücklich machen. In Verbindung mit einem Tun, das unserem Leben tieferen Sinn gibt, ist dies alles Lebensfreude. Aber die vermissen wir oft, denn alles ist ja so schwer! Wir selbst fühlen uns dabei nicht nur unwohl, nein, viele Menschen fühlen sich auch noch unrein! Sie haben so wenig Vertrauen in sich selbst, dass sie sich selbst herabwürdigen, anstatt zu erkennen, was für wundervolle Juwelen sie sind.

2.
Nun begeben wir uns z.B. ins Internet oder wir lesen ein Buch, denn die Schwere und die damit einher gehende Leere verlangen danach gefüllt zu werden, und wir treffen auf bunte Bilder von Elfen und Feen, niedlichen Geschichten im abendlichen Sommerlicht oder hochschwingenden Wesenheiten, die uns eine Perfektion offenbaren, die uns minderen Menschen offenbar zu fehlen scheint...
Elfen und Feen zeigen sich uns als geflügelte Menschen. Flügel zu haben, bedeutet aus der Schwere heraus zu fliegen, wie ein Phönix aus der Asche zu steigen - frei und glücklich zu sein. Elfen sind also glücklich, weil sie leicht sind!  Und Lichtwesen sind rein, weil sie so perfekt sind.
Sie suggerieren uns das was uns fehlt. Sie stillen unbewusst ein Bedürfnis in uns:
Immer dann, wenn wir von ihnen lesen und/oder uns Bilder von ihnen ansehen, fühlen wir uns leichter.
Da Elfen und Feen auch als NATURwesen bezeichnet werden, assoziieren wir mit der Natur automatisch ebenso Leichtigkeit und Freiheit, alsdann stillen sie unser Verlangen nach Verbundenheit mit Mutter Erde.
Nicht zuletzt sind die Pflanzen GRÜN! GRÜN ist die Farbe der Hoffnung und der Heilung. Also kann der Verzehr von Pflanzen nur gesund sein, denn sie sind GRÜN! Sie zu essen bedeutet, so unschuldig, tief und rein zu sein wie eine Elfe, so perfekt wie ein Lichtwesen.

Wenn wir also auf Fleisch verzichten, tun wir dies nicht auch, um eine Reinheit zu erreichen, die wir nicht in uns vermuten? Abgesehen von den manigfaltigen anderen Gründen, so z.B. gesundheitlichen, die dafür sprechen, kein Fleisch zu konsumieren?

3.
Die Brücke von der Reinheit und Unschuld einer vegetarisch lebenden Elfe zum Fleisch konsumierenden Naturwesen zu schlagen, fällt uns nun schwer! Warum?
Nun, stellt euch ein blutiges Stück Fleisch vor, und notiert mal auf einem Zettel, welche Assoziationen euch in den Sinn kommen:
  • roh
  • Blut
  • Raubtier
  • Unbarmherzigkeit
  • Instinkt statt Herz
Fleisch ist roh, barbarisch und unbarmherzig. Nein, eigentlich ist Fleisch, Fleisch, denn einen Charakter hat es nicht. Aber solche Assoziationen birgt es.
Das Rohe, Barbarische und Unbarmherzige widerspricht unserem Wunsch nach Leichtigkeit und Heilung...also dürfen Naturwesen kein Fleisch essen, denn wenn sie das tun, verlieren sie ihre Unschuld! Dann mutieren sie von "Fleischessern" zu "Fleischfressern".

Wir Menschen, die wir so unglücklich sind, werden im Anblick eines "fleischfressenden" Naturwesens wieder auf uns zurück geworfen. So, als würde jemand mit seinem Finger auf uns zeigen und sagen: "Suche dein Glück nicht im Außen! Suche in dir selbst...denn du bist weder unrein, noch schmutzig." 

Befriedigung eigener Bedürfnisse vs. kulturelle Akzeptanz!

Begegnet mir z.B. die Assoziationskette: Mensch, Naturwesen, Fleisch in einer solchen Konstellation, frage ich mich Eines:

Wofür interessiert sich speziell dieser Mensch nun wirklich?

Ist er wirklich daran interessiert, eine fremde Spezies mit einer fremden Kultur kennen zu lernen? Oder instrumentalisiert er lediglich ein romantisiertes Naturwesenbild, um schon lange in ihm schwelende unbefriedigte Bedürfnisse in seinem Herzen zu stillen?

Und, was bedeutet ihm kulturelle Akzeptanz? Kulturelle Akzeptanz ist eine wissenschaftlich festgelegte Eigenschaft, die besagt, dass jeder fremden Kultur stets mit Akzeptanz und Respekt zu begegnen sei, auch wenn sie Mentalitäten und Verhaltensweisen an den Tag legt, die mit unserer eigenen nicht konform gehen. Im Rahmen der interkulturellen Kommunikation gilt es, diese auf Basis der kulturellen Gemeinsamkeiten zu praktizieren, um von einander zu lernen. Unterschiede gilt es stehen zu lassen, ohne sie zu verurteilen.
Nun, auch Naturwesen verfügen über eine eigene Kultur! Wenn wir also vorgeben, uns für sie zu interessieren, sind wir dann auch bereit, bestimmte Gepflogenheiten aus ihren Reihen zu akzeptieren, damit eine Kommunikation und somit ein Von einander Lernen statt finden kann?
Oder wollen wir sie verurteilen und uns stattdessen in unsere eigene Welt zurück ziehen, in der sie unsere ungestillten Bedürfnisse zu unserer Zufriedenheit erfüllen?

Herzlichst
Eure Alina













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