Freitag, 1. Mai 2015

Wilde Archaik im Herzen des Zivilisationsmenschen...

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure Treue - erst vor einigen Tagen haben wir gemeinsam die 70.000 Besucher-Marke geknackt! Wenn das mal nichts ist! Ich fühle mich berührt und geehrt, dass so Viele von euch zu mir finden und sich für meine Beiträge interessieren.



Sehr gerne und immer wieder ermuntere ich meine Besucher, mich ruhig anzuschreiben, mir eure Fragen zu stellen, denn ihr gestaltet die Themen dieses Blogs mit. Ihr färbt mein Herz und meine Seele mit Erfahrungen, mit tiefen emotionalen Eindrücken, die es anschließend in Worte zu fassen gilt - was nicht immer einfach ist ;-)

In jedem menschlichen Herzen schlummert - bewusst oder unbewusst - ein glühender Funke. Dieser Funke ist der Funke von Mutter Natur und natürlich mit ihr unsere Erde. Immer mehr Menschen verspüren den dringenden Wunsch, sich mit ihr zu verbinden. Auf ihren Wegen zu dieser Verbindung gehen sie individuelle Pfade und prägen ihre Umwelt durch Hinterlassenschaften, wie z.B. Fotos von atemberaubender Schönheit! Diese Schönheit spiegelt wider, was wir uns wünschen - nämlich wieder mit der Erde verbunden zu sein.

Und doch begegnet mir auf meinem Weg - auf dem mich sehr viele Menschen kontaktieren und mir Fragen stellen eine Konstante: das ist eine tiefe Urangst! Denn genau das, wonach sich der Mensch sehnt, das fürchtet er zugleich so stark wie die tiefsten Abgründe seines eigenen Herzens! Woher rührt sie? Und was genau ist sie?
Die Natur ist von atemberaubender Schönheit, aber auch von atemberaubender Brillanz und einer fast überirdischen unerschütterlichen Präsenz. Sie ist wild und archaisch, prachtvoll und stolz - und in dieser Art zugleich von einer Unbarmherzigkeit, die das schlagende Menschenherz in angstvolles Zittern versetzt.
Der Mensch lebt in seiner kleinen Welt aus Struktur und Alltagstrott - beides gibt ihm Sicherheit, es laugt ihn aber mit zunehmendem Alter zugleich auch immer weiter aus, macht seine Umwelt zu einem bleichen und abgestumpften Abbild von dem was ist: der wilden Urmutter! Er sehnt sich nach deren satten Farben, nach ihrer Lust und ihrer Leidenschaft, nach ihrem Überlebenswillen und ihrer unerschüttlerlichen Archaik - und weicht zurück...
Denn sich der Mutter hinzugeben, sie in seinem Herzen zu tragen, zieht einen tiefgreifenden Transformationsprozess des eigenen Wesens mit sich. Wir sind plötzlich nackte Kinder und jeder Makel und alles was wir vor uns selbst und anderen verstecken wird auf einmal offenbar.

So lieben und hassen die Menschen die Natur in einem - und so lieben und hassen sie zugleich deren Wesen. Naturwesen sind ein Abbild der Urmutter, genau wie sie sind sie tiefgründig, lustvoll, leidenschaftlich, stolz und unerschütterlich - sie dulden keine Verschleierung und keine Gänge auf abgetrampelten Waldwegen - die - schauen wir genauer hin, DAS Symbol für die Enge des menschlichen Geistes darstellen. Eine Enge...die wir uns im Laufe der Äonen selbst auferlegt haben.

Deswegen tasten sich viele Menschen ganz langsam an das Thema heran - besonders, wenn sie am Anfang stehen, gilt es, Stückchen für Stückchen die Fühler auszustrecken und nur so weit zu gehen, dass man sich nicht erschreckt. Die milden Varianten eigener Auseinandersetzungen mit Naturwesen sind jene, in denen der Mensch, den eigentlichen Kern dessen, wor er herankommen möchte - auf Distanz hält. Distanz ist die milde Variante der Mutter, das Liebevolle, Einladende, das keine Angst macht. Ein Ausdruck solcher Distanzen sind meiner Ansicht nach Fotos. Wir gehen in den Wald, wir genießen ein Stückchen Natur, gerade so, dass es unser Herz einen Augenblick erheitert und dann huschen wir damit in die Sicherheit unserer eigenen Vier Wände zurück, wo wir unseren Schatz wie eine Elster begutachten, ihn eventuell mit anderen teilen...

So kommt mir die Art und Weise, wie sich Menschen mit Natur- und Naturwesen auseinandersetzen oft seltsam matt vor, flach - um es genau zu sagen. Die milde Sparversion, eines tiefen Transformationsprozesses, dem man sich (noch) nicht bereit auszusetzen ist.

Alles Liebe Euch
Eure Alina

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