Montag, 22. Juni 2015

Eine Liebesbeziehung durchexerzieren....

Hallo ihr Lieben,

Neulich habe ich auf einem meiner Spaziergänge durch den Wald ein Pärchen beim Fummeln gestört. Mei war das herzig! Ich kam den schmalen Pfad daher und sah zunächst nur eine dunkelhaarige Frau mit langem Haar mit dem Rücken zu mir stehen - neben einer Bank. Sie stand da wie eine Salzsäule und ich fragte mich was sie da wohl macht, oder besser ob mit ihr etwas nicht stimmt. Da sah ich zu meiner Überraschung plötzlich aus dem Nichts ein männliches Händepaar auftauchen. Unsicher tasteten seine Finger über ihren Rücken. Oh, habe ich gedacht, das ist ja süß!
Das ist einer jener Momente, an dem sich Zwei gefunden haben und mit den ersten zögerlichen Tastversuchen den Körper des jeweils anderen erkunden - zaghaft und zurückhaltend wie Kinder!
Ich dachte mir, nur Mist, jetzt störst du sie, was machst du jetzt? Also habe ich von Weitem gerufen, dass es mir leid täte, dass ich gerade daher käme, und ich wolle mich jetzt schon ankündigen, damit ich sie nicht eventuell bei heftigen Zungenküssen erwische... Wisst ihr, wenn Mensch bei etwas Intimem erwischt wird, dann zeigt sich so ein ganz seltsamer Gesichtsausdruck in seinen Zügen. Und den sah ich auch, als die Hände des Mannes sofort von der Frau abließen und sie mich beide im verliebten Ertapptsein bestürzt ansahen :D.
Ich: Sorry, sorry, ich bin weg...Zack an ihnen vorbei gehechtet und weg war ich!

So etwas liebe ich und wisst ihr was ich noch mehr liebe? Der Gedanke daran, dass der andere noch viel Exotischer sein könnte! Ich habe mich nämlich zum wiederholten Mal gefragt, ob diese Neugier auf den anderen nicht viel größer wäre, wenn dieser gar kein Mensch wäre - sondern z.B. ein Naturwesen! Zahlreiche Geschichten der Menschen, darunter aber auch Lieder wie z.B. dieses hier besingen diesen Umstand, von dessen Hergang sich gerne nur allzu viele Menschen gerne verführen lassen möchten!
Und nun frage ich euch: Was genau ist an diesem Gedanken denn so faszinierend? Nun, schmunzel* die Menschen erzählen sich so schon sehr lange, dass Naturwesen sehr leidenschaftliche und feierfreudige Wesen sind, die das Ganze sehr viel lockerer angehen - und davon hat sich die Fantasie der Menschen schon immer gerne beflügeln lassen.

Meine übrigens auch! Als ich den Zweibänder Gniri-Noromadi schrieb, da tauchte wie aus dem Nichts zwischen all den Gniri ein Dhàrdhats auf. Zunächst fragte ich mich, wieso, aber dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen! Der große hagere Kerl mit dem blonden Haar und den spitzen Ohren war wie dafür prädestiniert, etwas mit dem menschlichen Hauptcharakter anzufangen. Mir gefiel der Gedanke außerordentlich gut - nicht nur, weil ich finde, dass etwas Erotik die Zeilen eines Buches prickelnd aufpeppt zwinker*, sondern vor allem weil ich selbst wissen wollte, welche Hürden und Widerstände auf die Liebenden warten. Also: Welche Probleme gäbe es, wenn wir theoretisch annehmen, dass sich ein Mensch mit einem Naturwesen in der heutigen Zeit verbindet?

Also habe ich das Ganze mal durchexerziert und Erstaunliches dabei festgestellt!

  • Zunächst einmal muss man seinen Geliebten überhaupt erstmal sehen! Joha! Und wie geschieht das? Zack durch ein voluminöses Aufgehen einer ohnehin schon vorhandenen Hellsicht, denn wenn das Schicksal die Zwei zusammenführen möchte, passiert das auch. Naja - dann stehst du da als Mensch und siehst plötzlich dieses seltsam aussehende Wesen vor dir, das dich mehr erschreckt als denn zu erotischen Fantasien verleitet - und dieses kannst du, darfst du lieben? Wie geht das? Und, ist es überhaupt möglich, dass Mensch mal seine menschlich geprägten ästhetischen Vorstellungen zugunsten einer schicksalhaften Liebesbeziehung fallen lässt?

  • Nun nehmen wir an Noromadi gewöhnt sich an den exotischen Anblick und findet ihn schön - auf seine ganz eigene Art und Weise! Nun muss sie die nächste Hürde nehmen: Er lebt im Wald und sie in einer kleinen Menschensiedlung. Zusammen ziehen? Unmöglich. Und, wie erklärt sie ihren Eltern, dass sie eine Liebesbeziehung zu einem unsichtbaren Langohr hat? Was sagt die Gemeinschaft der Naturwesen dazu? Und Kinder?! Meine Güte, ein Skandal, oder? Was passiert mit einem Menschen-Naturwesenmischling, wenn ein Elternteil für 99 % der menschlichen Population unsichtbar ist und das Kind in den Augen beider Spezies wie ein missgebildetes Alien anmutet? Wir wissen ja, wie sehr Menschen mit Makel in unserer Gesellschaft geächtet werden...
Na, ihr seht auf jeden Fall fand ich den Gedanken aufregend und noch aufregender das Durchspielen aller möglichen Konsequenzen, die uns aufzeigen, wie groß die Kluft zwischen zwei Geliebten sein kann. Die Frage dabei ist: Kann die Liebe sie überwinden? Man sagt doch: Liebe überwindet alles. Ich persönlich habe mich überraschen lassen, indem ich mich vom Geschehen an ein interessantes Ende habe führen lassen - dieses findet ihr in Band 2 - aber psst bitte nicht lesen bevor ihr nicht die ganze Vorgeschichte kennen gelernt habt ;) 

Alles Liebe wünscht Euch
Eure Alina

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