Montag, 20. Juli 2015

Von Fähigkeiten und wie man sie weiter gibt...

Bei dieser Fragestellung denke ich spontan an eine Sendung, die ich neulich im Fernsehen gesehen habe! Da ging es um die spanische Paella! Wir wissen alle: Die Deutschen lieben die Paella von Frosta! Warum? Na sie schmeckt so homogen, dass keiner meckern kann. Da ist schön was Curcuma drin (auch eine winzige Unze Safran, damit es was edler wird), Fisch und Fleisch, was Gemüse und Reis. Der Mann im Betrieb meinte sinngemäß: "Das ist die Rezeptur, die jedermann liebt! Wir verkaufen jedes Jahr ganze Berge davon." Naja, der Sender wollte aber wissen, wie viel diese Frosta-Paella noch mit einer echten spanischen Paella gemeinsam hat - und es wurde festgestellt: es hat noch entfernte Ähnlichkeit mit dem traditionellen Gericht, wobei die Unterschiede schon dabei beginnen, dass in das traditionelle Gericht gar kein Fisch rein kommt, mehr Safran drin ist und und und.


Was hat das mit Naturwesen zu tun werdet ihr euch fragen? Und was mit der Art, wie ich mein Wissen weiter gebe? Nun, die Masse verlangt nach der Frosta-Variante, ich hätte aber Tradition zu bieten. Problem ist: In der Traditionsvariante gibt es auch Zutaten, die nicht jedermann schmecken, die Frosta-Variate hingegen mundet fast jedem! Ich habe lange versucht, diesen Spagat hinzubekommen, musste jedoch irgendwann feststellen, dass mir die Frosta-Variante in Seminaren und Vorträgen einfach zu laff ist! Es sind immer dieselben Zutaten, man kann kaum etwas variieren (bei der traditionellen Paella kann man schon alleine die Fleischsorten variieren) und man bleibt an der Oberfläche. Mit anderen Worten, du erzählst den Menschen immer und immer wieder Dinge, die dich selbst nicht die Bohne interessieren, und kommst gar nicht dazu ihnen das zu berichten, was du als interessant erachtest.
Wie bin ich aus diesem Dilemma heraus gekommen? Meine Antwort für mich selbst war eine Art Rückzug ins Private, ich habe mir gedacht: Stell dir deine eigene Paella zusammen, mach sie dir so wie sie dir individuell schmeckt, nimm die Tradition und schraub noch was daran herum, so dass es genau deinen Bedürfnissen entspricht und sei dankbar um deine Erkenntnisse und deine Kontakte!
Den Menschen biete einwenig von dem, wenn sie es mögen gut und wenn nicht, na dann eben nicht. Nicht alle meine Fähigkeiten verlangen danach, den Menschen feilgeboten zu werden, denn da wo sie vom Frosta-Rezept abweichen, schmeckt's nicht. So können bestimmte spirituelle Fähigkeiten auch einfach so bestehen - ohne höheren Sinn und Zweck.

Wenn ihr euch also das nächste Mal fragt: Warum habe ich diese und jene Fähigkeit und muss ich sie zum Wohl der Allgemeinheit einsetzen, dann denkt an meine Paella Geschichte ;)



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