Mittwoch, 9. März 2016

Grenzen menschlicher Akzeptanz...

lúup lúup lúup tsu t'hrrì krú fai - Verschwende dein Streben nach Wohlgefallen nicht an Ignoranten - so lautet ein naturwesisches Sprichwort.
Was möchten diese Worte aussagen? Das Wort "Ignorant" ist in unserem Gebrauch sehr abwertend, in diesem Zusammenhang benennt es aber lediglich den Zustand einer Person des NICHT-Wissen Wollens. Dieser Zustand hat etwas mit Abwehr zu tun, und auch etwas mit eigenen verborgenen Ängsten. Es ist also nichts Abwertendes, sondern im Gegenteil - etwas vollkommen menschliches.

Ich erinnere mich selbst noch genau an jenen Moment, an dem ich akzeptieren durfte, dass die Welt der Naturwesen keine ausschließlich heile Welt ist - dass auch diese Individuen ihre Zerwürfnisse haben.
Aber, wieso fällt es uns Menschen so schwer, uns das zuzugestehen? Wenn wir leiden und uns für unsere Schwächen verachten, dann müssen die Naturwesen in einer heilen Welt leben. Sie MÜSSEN! Denn wenn nicht, dann gibt es für uns Menschen kein Entrinnen mehr in eine heile Welt, die Sehnsucht nach Freiheit und Frieden erstickt, wie eine Kerzenflamme unter einer Glasglocke...denn scheinbar gibt es sie nirgends...

In einem Gespräch mit meinem Naturwesenfreund, sagte er mir mal: "Du, Alina, wenn du den Menschen da draußen das Negative von uns zeigst, all die hässlichen und schlechten Seiten - dann werden sie aufhören, uns zu mögen, und wenn sie uns nicht mehr mögen, dann wenden sie sich ab!"
Und ich sagte: "Stell dir vor, du erzählst mir über dich all die Jahre, die du nun schon bei mir bist, nur das Gute, und alles was schlecht ist, alle Fehler, die du begangen hast, alle Makel versteckst du aus Angst, ich könnte mich von dir abwenden, wenn ich sie entdecke - was sagt das über unsere Beziehung aus?"
Er: "Sie ist unvollkommen."
Ich: "Warum?" - Da hat er mich eine Weile lang stumm angesehen. Also entgegnete ich: "Jedes Lebewesen möchte geliebt werden und am allermeisten sehnt es sich danach trotz all seiner Fehler und Laster geliebt zu werden, denn das ist wahre Liebe! Du könntest mir sicher immer nur deine Schokoladenseite zeigen, aber dein Herz würde an meiner Seite verdorren wie eine Pflanze ohne Wasser!"
Ein Mensch ist erst dann dein wahrer Freund, wenn er bereit ist alles an dir zu sehen und dich trotzdem immer noch liebt! Das fand er gut... Ich merke so etwas immer an kleinen Pausen und an kleinen Gesten von ihm, wenn sein Blick eine Sekunde lang etwas weicher wird, wenn er leise vor sich hin lächelt.
Nun entdecke ich bei vielen Menschen diese Bereitschaft eben nicht - und ich frage mich dann: Was willst du tun? Ein Streitgespräch beginnen, deine Position mit Brustklopfen vertreten?? Ich schaue dann in die Herzen der Menschen und dann frage ich: Würden wir im Gespräch von einander lernen, oder würde Meinung gegen Meinung prallen, würden sie sich aneinander reiben bis die Funken sprühen? Denn leider ist es noch so, dass es keine sichtbaren Fakten gibt, die meine Meinung untermauern und die andere außer Kraft setzen - oder andersherum...deswegen halte ich es mit dem Sprichwort, das auch besagt - wenn du etwas wirklich wissen willst, wirst du fragen, aber wenn du nicht fragst, willst du es nicht wissen. Also bleibt es verborgen.

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