Samstag, 25. Juni 2016

Glühwürmchenzeit...

Hallo ihr Lieben,

Gestern, so gegen 22 Uhr, als die Sonne schon untergegangen war und ein lichter Schatten über der Landschaft lag, habe ich es getan! Ich bin die Glühwürmchen besuchen gegangen. Hier bei uns im Wald gibt es noch welche. Glühwürmchen fliegen nur in lauen Sommernächten so Mitte bis Ende Juni. Übrigens sind es gar keine Würmchen, sondern Käfer!




Gestern Nacht saß einer auf unserer weißen Wand auf der Terrasse und ich konnte ihn ganz genau sehen. Ein schöner länglicher Käfer mit vier kleinen grünen Leuchtpünktchen an der Unterseite seines Hinterleibes, die in der Dunkelheit milde pulsierten. Schon auf meinem Weg in den Wald durch Obstbaumwiesen und Kuhweiden links und rechts sah ich schon vereinzelt welche fliegen, aber als ich im Wald ankam, war ich überwältigt. Dort wo sich die mächtigen Kronen der Bäume in die Höhe recken und ihre Äste wie Arme als Baldachin über uns ausbreiten war es besonders dunkel, und da funkelte und tanzte ein Meer aus grün leuchtenden Punkten. Ich sage euch, ich kam mir vor wie in einem dieser Märchen, wo der Protagonist aus Versehen in ein fremdes schönes Reich eintritt. Auch über dem Weg tanzten sie. So manch eines kam an mich heran geflogen, und dann setzte es sich irgendwo ins Dickicht, wo es weiter still vor sich hin leuchtete.
Sie leuchten nicht durchgehend, sondern eher so wie eine kleine Lampe, die man dimmen kann - mal heller mal weniger hell mal gar nicht. Die Männchen tun das in der Zeit, in der sie sich paaren.
Auch andere Zeitgenossen waren im Wald unterwegs. Auf meinem Weg begegnete mir eine Unzahl an Kröten. Habt ihr schon mal eine in der Hand gehabt? Diese hier bei uns sind recht klein, braun und mit kleinen Warzen am Körper. Wenn man eine in die Hand nimmt, quieken sie manchmal vor Angst und pieseln einem deswegen schon mal auf die Hand. Manche sind aber echt hartgesotten, sie sitzen da auf der Handfläche, gucken einen an und blasen in Seelenruhe ihre Backen auf. Wenn es so dunkel ist, dass das menschliche Auge sie nicht mehr sieht, dann kann man sie anhand der Geräusche identifizieren, die sie im Dickicht machen - es ist ein flapp flapp, ihrer hüpfenden Fortbewegungsart. Mäuse rascheln mehr. Und dann gibt es noch die Rehe, die eine Art hechtendes Springgeräusch machen: Padouung.... Padouuung. Raschelt es sehr laut, könnte man es mit einem Wildschwein zu tun haben. Ich klatschte also laut in die Hände, weckte die halbe Naturwesennachbarschaft auf, konnte aber erleichtert aufatmen, weil ich wusste, dass es sich vor Schreck verziehen würde. Dieses Bild hier ist nicht von mir, aber es spiegelt sehr schön die Atmosphäre des nächtlichen Waldes während der Glühwürmchenzeit wider.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen