Freitag, 12. August 2016

Erhabenheit in der Spiritualität...

In sozialen Netzwerken gibt es unendlich viele Tests, mit deren Hilfe man das Profil des Nutzers nach Daten durchsucht und diese auch heraus filtert... Obwohl ich das weiß, mache ich sie immer wieder gern, nur um zu schauen was da heraus kommt - und manchmal sind sie erstaunlich treffsicher ;-) irgendwie unheimlich.

Wir sind auserwählt...


Aber das ist nicht das Thema zwinker*. Zu Beginn meiner spirituellen Laufbahn begegneten mir immer wieder Menschen, die mein Selbstvertrauen aufbauten, und mich als so allerlei bezeichneten, wie "alte Seele", "inkarnierter Engel" und vieles andere...So schlich sich nach und das das Gefühl ein, ich sei durch diesen neuen eingeschlagenen Weg etwas Besonderes, jemand, der die Menschen anleitet und zu "Höherem" berufen sei. Mit der Zeit ging das in Fleisch und Blut über, so dass ich begann, mich selbst als Botschafterin der Naturwesen zu bezeichnen - ein Thema mit dem ich besonders arbeite. 

Ich meinte, den Menschen durch meine Bilder, die Naturwesen sichtbar zu machen und sie durch meine Artikel aufzuklären, wie die Wahrheit wirklich sei - merkte dann aber mit der Zeit, dass jeder ist wie er ist und meine Ansichten und Wahrnehmungen nur ein Aspekt von unendlich vielen ist. Das hat mich wütend gemacht, wollte ich doch allen beweisen, wie objektiv ich sei und dass mein Ding, die Krönung wissenschaftlicher Erkenntnisse seien.
Aber wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es in der Spiritualität nicht, und als ich das erkannte und dazu begriff, dass ich mich da irgendwo hinein verbissen hatte, fragte ich mich: Was zum Geier ist da passiert???

Wie, ich bin nicht auserwählt?

Mir hat man so lange erzählt, ich sei eine alte auserwählte Seele und dies und das noch mit jenen und sellen Fähigkeiten, dass ich schier vor Unzufriedenheit platzte, als mir da der blöde Test sagte: Ich hätte nur 749 Mal gelebt grins* - echt jetzt! Gab's da andere, die hatten über 8000 Mal gelebt und deren Seele war vor der Zeit geboren und naja, sie leben jetzt ihre letzte Inkarnation... sind sozusagen auf die Erde gekommen, um den armen Schweinen zu helfen, die hier immer noch herum wursten. 

Und ich?? Der Gedanke, es könnte die Möglichkeit bestehen, dass ich nicht zu jenem auserwählten Zirkel so selten vorkommender Menschen gehöre, ließ mein Herz rasen. Ich wollte was Besonderes sein, ein Heiliger, der sich über den schnöden Alltag erhebt und in mildtätiger bedingungsloser Liebe die Schäfchen führt...Ich wollte Anerkennung, dass ich was Besonderes bin...

Das Leben erzählt...

mir nun etwas anderes. Es sagt mir: Mädchen du bist genauso ein Mensch, der für seinen Lohn arbeiten muss wie alle anderen auch, deine Ansichten sind nicht die Kirsche auf der Torte und spiel dich nu ja nicht als die Botschafterin der Naturwesen auf. 
Wisst ihr,  im Grunde genommen läuft in der Spiritualität was falsch. Wir Menschen brauchen einfach Anerkennung im Leben, z.B. in der Partnerschaft, aber vor allem auch im Beruf. Vor allem im Beruf fehlt sie heute. Kaum ein Chef sagt einem noch: Hey, du bist super, oder: Das hast du gut gemacht. Nein, es heißt Arbeiten, und entweder du kriegst einen Anschiss oder man sagt schlichtweg nichts. Und wenn niemand irgendwas sagt, dann kannst du aufatmen, weil dann machst du deinen Job gut! 
Und wenn du dann in die Spiritualität gehst, und dir ein Channel-Futzi hastenichtgesehen erzählt, du seist ein inkarniertes Meerschwein von den Plejaden, dann fühlst du dich besser, denn dann bist du doch was! Ja, dein Leben ist nicht mehr nur eine Ansammlung von Arbeiten gehen, einkaufen, allabendlichen Spielfilmen und ein Mal die Woche Sex mit Schatz, sondern du bist in einer Mission auf die Erde gekommen...
Dein Leben hat plötzlich eine megamäßige Bedeutung! 

Fazit...

Das Leben hat keine megamäßige Bedeutung, wir sind hier keine Missionare und wir sind auch keine Lichtarbeiter, die dem armen Rest unter die Arme greifen müssen. Wir sind alle - und damit meine ich wirklich, alle Menschen - hier, um glücklich zu sein, jeden Tag aufs Neue! Hört sich bekloppt an ne? Gerade der Alltag bietet so viele Möglichkeiten, sich das Leben schön zu gestalten...und wenn wir dann einander helfen, selbstlos und auf Augenhöhe, dann bilden wir eine schöne Gemeinschaft...
Übrigens ist das Streben nach Anerkennung nichts womit sich der Spirituelle selbst kasteien sollte, weil ja angeblich alle Erleuchteten so perfekt und absichtslos seien...es ist normal - durch die Bank weg freuen wir uns auf Zuspruch: von unseren Eltern, unseren Freunden, aus dem Job, egal ob Lichtarbeiter, Druide oder Bankangestellter... nur zum Sklaven dieser Anerkennung sollten wir uns nicht machen, sondern immer wissen was wir uns selbst wert sind! 

Alles Liebe euch
Eure Alina 

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