Sonntag, 27. November 2016

Wirre Assoziationen

Ich habe gelernt, dass sich Menschen und Naturwesen gleichermaßen Meinungen über Assoziationen bilden. So entstehen auch Ansichten und Erfahrungswerte zum Thema Naturwesen und zu Menschen, die in meinen Augen sehr verzerrt sind. Warum sind sie verzerrt?

...aus dem Reich der Menschen

Neulich las ich die Fragestellung einer Frau, die in die Runde fragte, ob sich jemand mit Trollen auskenne. Dann kam als Kommentar die Frage: Warum möchtest du das wissen? Die Dame daraufhin: Sie hätte ein Kind gesehen, das sähe aus wie ein Troll, ob es auch menschliche Trollkinder gäbe.
Als ich das gelesen habe dachte ich: Au weia, da mischt jemand Bedeutungsdimensionen zusammen, die in meinen Augen nicht zusammen gehören. Welche sind das?

Zunächst einmal benutzt die Dame den Begriff "Troll" als Ergebnis vorwiegend körperlicher Eigenschaften - und münzt es in ihrem Geiste zu einem Wort für "eine bestimmte Art von Naturwesen" um. Die Assoziation mit "Troll" ist stereotyp festgelegt als: "Klobig, unförmig, unansehnlich" - schaut euch Herr der Ringe an, da finden diese Eigenschaften in den Bergtrollen ihre Ausführung. Dabei ist es gar nicht mal wichtig, ob es Trolle an sich gibt oder nicht. Kurz gesagt hat sie ein Kind gesehen, das in ihren Augen körperlich was unförmig ist und ist dann auf "Troll" als Benennung des selbigen gekommen. Die Assoziation "Troll" mit "klobig" und "unförmig" ist das Ergebnis einer kulturgeschichtlichen Überlieferung, die sich mit der Zeit in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat, ohne, dass diese es merken. Stereotypen werden dann automatisch mit einer Wesenheit assoziiert. Und schon sind wir beim Vorurteil. Es ist entstanden, weil es etwas Überliefertes schon so lange gibt, dass es zum Gesetz geworden ist.
Diese Assoziationskette mündet nun in Inkarnationslehre. Ganz andere Baustelle! Die Dame geht davon aus, das eine Seele, die in einem klobigen Trollkörper gelebt hat, in der Menschenwelt dadurch auffallen könnte, dass sie dort ebenfalls einen klobigen Menschenkörper bewohnt. Nun meine Frage an euch: Wie könnte so was zustande kommen? Muss eine Seele, die einen klobigen Körper bewohnt immer klobige Körper bewohnen, weil sie eventuell selbst irgendwie klobig ist?
Für mich jedenfalls ist es nicht so.

Problematisch ist für mich die Fragwürdigkeit der Assoziationskette. Denn wenn wir uns nicht mehr dessen bewusst sind, wie wir zu einer endgültigen Meinung kommen, dann betreten wir verzerrte Wege. Ich selbst frage mich auch immer: Du, Alina, wie kommst du jetzt gerade auf dies und das? Und dann beschaue ich mir ganz genau meine Assoziations- und Argumentationskette und wenn ich erkenne, uh, die ist aber sehr krumm, dann revidiere ich meine Ansicht.

...aus dem Reich der Naturwesen

Das Ganze gibt es aber nicht nur hier bei uns Menschen, auch im Reich der Naturwesen herrschen zuweilen wirre Argumentations- und Assoziationsketten, aus denen Meinungen resultieren, die - wenn sie nicht destruktiv - so doch hinderlich sind.
Wie bei uns Menschen, so betrachten die Naturwesen alles, was einwenig anders ist, mit Misstrauen. So sagte mir eine befreundete Naturwesenfrau - "Kind, du bist ein falscher Mensch". Sie und ich, wir kennen uns aus einer früheren Inkarnation, in der ich auch Naturwesen war. Ich fragte sie: "Aber, was meinst du damit?" Sie: "Du bist ein Naturwesen in einem Menschenkörper", das gehört sich nicht." Bei Naturwesen ist das Überwechseln von ihresgleichen zu der als verpönt geltenden Art Mensch ein absolutes No Go und zwar aus vollkommen stereotypen Gründen, die hier zu erläutern, zu lange dauern würde. Na, auf jeden Fall sagte ich ihr: "Als ich unter deines Gleichen war, da hast du mich auch spüren lassen, dass ich anders - und daher nicht gewollt bin." Daraufhin sie: "Damals warst du ein falsches Naturwesen! Ich habe gespürt, dass du zwar so aussiehst wie wir, aber dass du nicht wie wir bist. Du warst ja davor bestimmt auch schon mal ein Mensch!"

Ja, nun stellt euch die Pattsituation vor! Und, vor allem - was will ich dazu sagen? So ist es nicht recht und so auch nicht.
Das stoische Beharren auf: der böse Mensch, da hin gehen gehört sich nicht! Und, böser Mensch in Naturwesenkörper, das gehört sich auch nicht - behindert eine freie Kommunikation. Hier haben wir es also mit einer geballte Ladung an Vorurteilen zu tun, die schwer aus dem Weg zu räumen sind, weil sie so lange Bestand haben, dass sie schon zum Gesetz geworden sind.

Wenn also wirre Assoziationsketten, die mitunter selbst von Vorurteilen zehren, ein Vorurteil bilden, das sich so sehr verfestigt, dass es zum herrschenden Gesetz wird - zu einer subjektiven Meinung führen, was sagt uns das über den Charakter dieser Meinung? Und führt diese Meinung zu einer unverfälschten Kommunikation zwischen Mensch und Naturwesen?

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