Dienstag, 17. Januar 2017

Was mache ich mit heimatlosen Naturwesen?

Hallo ihr Lieben,

der Titel dieses Beitrags hört sich was nüchtern an - leider fiel mir nichts kürzeres und knackiges ein, das den Inhalt bezeichnet zwinker*.

Leute, die sich mit Naturwesen beschäftigen und Kontakt zu ihnen haben, gibt es mehr als wir denken. Das merke ich jeden Tag, wenn ich so durch die sozialen Netzwerke geistere. Manchmal treffe ich auf gleichgesinnte Gruppen oder auf Einzelne - und immer wieder ist eine Sache Thema:

Was mache ich mit heimatlosen Naturwesen? 

Ich merke immer mehr, wie viele Menschen mich anschreiben und mir mitteilen, dass sie zu Hause naturwesische Mitbewohner haben. Viele freuen sich, andere wiederum fühlen sich von einem Sendungsbewusstsein gepackt, die Naturwesen da hin zu verfrachten wo sie her kamen, in die Natur. Schließlich heißt es ja deswegen NATUR-Wesen, weil da halt ihr wahrer Aufenthaltsort sei. Diese Idee ist vom Grundsatz her richtig, die Praxis erfordert jedoch Fingerspitzengefühl.  

Ein Naturwesen, das bei einem Menschen wohnt, tut dies vor allem, weil es bei uns Menschen bessere Lebensbedingungen findet, als draußen in der freien Natur, wo der Lebensraum immer kleiner und kleiner wird. Aber nicht nur das - der Mensch hat auch sehr viele Annehmlichkeiten, darunter Zentralheizung und einen vollen Kühlschrank. Ein Naturwesen freut sich, dass es nicht mehr jeden Bissen suchen und sich draußen eventuell den Allerwertesten abfrieren muss, also zieht er als Co-Bewohner zu den Menschen. Und ja Naturwesen essen und trinken, sie haben Bedürfnisse wie wir. 

Das Sendungsbewusstsein des pflichtbewussten Spirituellen geht dann nach hinten los, wenn er meint, er müsse das Naturwesen auf jeden Fall wieder zurück in die Natur befördern. Also nimmt er es gedanklich oder materiell mit, fährt irgendwohin in die Natur und setzt es dort aus. Mensch fährt dann nach Hause und meint noch sonders er hätte was Gutes getan.
Abgesehen davon, dass gedankliche Rückführung bei inkarnierten Individuen recht abwegig ist, kommt diese Handlung ungefähr dem nahe, als würde man einen Hund an der Autobahn aussetzen.

Was läuft hier falsch?

Ich erzähle euch die Geschichte eines vergangenen Lebens von mir:
Ich lebte als männliches Naturwesen in irgend einer Stadt im Ostblock. War alleine und musste schauen wie ich zurande kam. Da war so eine Art Bolzplatz - mit Maschendraht umzäunt, daneben verlief eine lange staubige und kaum befestigte Straße. Inmitten dieses Bolzplatzes wuchsen ein paar Bäume, ich hielt mich da gerne auf, weil es schattig war. Die Naturwesen, die dort leben, verscheuchten mich jedoch immer, weil ich nicht zu deren Sippe gehörte. Ich war jedoch sehr hartnäckig, suchte den Ort immer wieder auf, und eines Tages, da kamen zwei Frauen in einem alten Trabbi. Die sahen mich auf dem Maschendrahtzaun herum klettern und seltsamerweise konnten sie mich sehen. Ich war erstaunt, dachte mir aber nichts dabei. Sie fanden mich so faszinierend, dass sie mich unbedingt von nahem begucken wollten, also haben sie mich mit Essen vom Zaun herunter gelockt, mich in ihren Trabbi gesteckt und sind mit mir nach Hause gefahren. Für mich war das ein totales Abenteuer. 
Ich saß in einer winzigen Küche mit herunter gelassenen Jalousien, es war Sommer und sehr heiß - und stopfte mich mit Kuchen voll, den sie mir gaben. 
Eine von den Frauen war wohl Lehrerin, jedenfalls berieten sie, wer oder was ich sein könnte und meinten, sie müssten meine kognitiven Fähigkeiten überprüfen. Eine hat dann eine Art kleine Tafel mit Bildern und Buchstaben aufgebaut, sie mir gezeigt und wollte mich dazu bringen, sie nachzusprechen. Sie wollten überhaupt heraus finden, ob ich sprechen kann. Ich hingegen wusste nicht was sie wollen und mampfte meinen Kuchen, war ja froh was im Bauch zu haben. 
Irgendwann wurden sie meiner überdrüssig. Sie steckten mich wieder in ihren Trabbi, aber anstatt mich zurück zum Bolzplatz zu bringen, setzten sie mich in einem Waldstück entlang einer langen gepflasterten Straße aus. Dort hatten sie wohl im Vorbeifahren wohl ähnlich aussehende Leute wie mich gesehen. 
Ich stand da, inmitten von Naturwesen fremder Art und Aussehen, mit anderer Sprache und hatte Angst um mein Leben. Als Fremdling war ich ein Eindringling in deren Territorium.

Leider bricht die Sequenz an dieser Stelle ab, es war ein Traum - und ich wachte auf. Aber diese Geschichte verdeutlicht sehr schön die Brisanz selbsternannter Wohltäter, die meinen Naturwesen zurück in die Natur bringen zu wollen - einfach so!

Wie reintegriere ich ein Naturwesen richtig?

Erstens würde ich das Naturwesen, von dem ich meine es umsiedeln zu müssen, befragen, ob es das möchte! Ich würde mir seine Lebensgeschichte anhören und dann mit ihm gemeinsam entscheiden. Nicht immer ist eine Umsiedlung das Beste. 
Dorthin wo du das Naturwesen hin bringst, sind andere Naturwesen. Oft leben z.B in Waldstücken schon welche. Haben die noch Kapazitäten für ein weiteres hungriges Mäulchen? Sind sie dem aufgeschlossen - oder reagieren sie feindselig? Können sie sich miteinander verständigen? Sprechen sie eine ähnliche Sprache? Das musst du klären! Kannst du das? Reicht deine Gabe der Kommunikation schon aus, um derart komplexe Gespräche zu führen? Und, kannst du dir auch sicher sein, dass die ihn hinterher, wenn du weg bist, nicht wieder verjagen oder ihn aus dem Dorf schlagen? 

Heimatlose Naturwesen sind nicht umsonst heimatlos. Oft wurden sie durch unglückliche Umstände, dazu zählen Stammesfehden, der Tod von nahen Verwandten oder einem Makel vertrieben, den sie an sich haben, eventuell auch weil sie einen Regelverstoß begangen haben, den die anderen nicht geduldet haben, oder man hat sie schlichtweg hinaus komplementiert, weil die Sippe hungert. 

Ihr seht also Gespräche sind unheimlich wichtig. Klärt die genauen Umstände, dazu gehört auch, dass du die Kulturen und Mentalitäten der Naturwesen kennen lernst, sowohl diejenige deines Schützlings, als auch jene derer zu dem du deinen Freund hinbringen möchtest. Das erfordert viel Zeit - und das ist der Grund, warum ich mich vielfach in die Schicksale anderer Naturwesen nicht einmische, besonders dann nicht, wenn sie bei anderen Menschen wohnen. Ich reiche denen den Faden, und dann dürfen sie ran. 

Alles Liebe Euch
Alina 

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